Die erste große Blütezeit als Urlaubsland erlebte Mosambik zwischen den späten 1950er-Jahren bis Anfang der 70er. Filmhelden wie John Wayne besuchten das Land mit seiner unglaublichen Tier- und Pflanzenvielfalt ebenso wie Staatspräsidenten und Wirtschaftsmagnaten.
Ein fürchterlicher Bürgerkrieg legte ab Mitte der 70er Jahre Mosambik praktisch lahm. Die Dörfer zerschossen, das Großwild beinahe ausgerottet, wartete ein großes Stück Arbeit auf die neuen Verantwortlichen.
Mosambik steckt voller Geschichten. Sie handeln von unerschrockenen Seefahrern und todesmutigen Abenteurern. Wenn wir das Rad der Zeit um rund 500 Jahre zurückdrehen, begegnen wir dem portugiesischen Entdecker Vasco da Gama, wie er 1498 auf seinem Weg nach Indien einen Zwischenstopp auf der Ilha de Moçambique einlegt - und damit, quasi nebenbei, ein ganzes Land entdeckt. Flugs wurde an Ort und Stelle eine Siedlung gegründet; später gesellten sich weitere Handelsstationen entlang der Küste und am Sambesi hinzu. Man handelte mit Elfenbein, Gold - und Menschen. Bald etablierten sich die Hafenorte als Hauptumschlagplätze des afrikanischen Sklavenhandels - eine Million Menschen haben nach Schätzungen von Mosambiks Küste aus ihre Schicksalsfahrt in die Sklaverei angetreten. Festungen, Residenzen, Moscheen und Kirchen zeugen von dieser Zeit. Ein Spaziergang durch die Gassen der Hafenstadt Pemba, hoch im Norden an einer riesigen Bucht gelegen, wird ebenfalls ganz schnell zu einer Reise in die Vergangenheit. Arabische Einflüsse sind hier unverkennbar und die Dhaus segeln wie vor tausend Jahren übers Meer. Wer viel Zeit hat und das Abenteuer nicht scheut, kann mit den schönen Schiffen das Quirimbas-Archipel erreichen - ein verstecktes Paradies mit 27 Koralleninseln, das den Vergleich mit den Malediven oder Seychellen nicht scheuen muss. Das Gros der Besucher erreicht jedoch von Pemba das Archipel per Kleinflugzeug.
2700 Kilometer Traumküste am Indischen Ozean, mit herrlichen Stränden, versteckten Inselparadiesen, Lagunen und Korallenriffen. Vor allem die Aussicht auf Sonne und Strand lockte in den letzten Jahren immer mehr Besucher nach Mosambik. Während Ibo und der Norden noch einen eher exotischen Beigeschmack haben, konzentriert sich der (Bade-)Tourismus auf den Süden. Sonnenanbeter zieht es vor allem an die Strände von Vilanculo und auf die vorgelagerten Paradiesinseln des Bazaruto-Archipels, wo Besucher neben weißen Stränden und exklusiven Beach-Lodges auch ein einzigartiges Ökosystem vorfinden.
Es hat seinen Grund, dass immer mehr Menschen Mosambik entdecken. Gerade weil das Land einfach und ursprünglich ist, hat es eine treue „Stammkundschaft" von Reisenden, die pures Afrikafeeling abseits der Touristenströme suchen. Apropos: Ebenfalls jenseits ausgetretener Pfade beschert Mosambik sogar Safarierlebnisse. Wer Stille, Freiheit und Abenteuer sucht, ist im Niassa Nationalpark, der sich hoch oben im Norden des Landes bis an die Grenze Tansanias erstreckt, gut aufgehoben. Absolut abgeschieden, ermöglicht diese weltferne Region Tierbeobachtungen auf 45000 Quadratkilometern. Löwen, Leoparden, Elefanten, Büffel, Gnus und Hyänen sind auf den Pirschfahrten zu sehen.
Tipp: Der Gorongosa Nationalpark galt früher als eines der größten Tierreservate Afrikas. Während das Gebiet im Bürgerkrieg stark gelitten hat, bemüht man sich nun, dort wieder eine touristische Infrastruktur aufzubauen.